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Ein aufregendes Währungsjahr 2019 erwartet uns

Ein aufregendes Währungsjahr 2019 erwartet uns

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Teaser: Das kommende Jahr wird mit höherer Volatilität beginnen, gleichzeitig aber gute Chancen für Investoren bieten

Das jetzt zu Ende gehende Jahr hat für einige heftige Währungskrisen und allgemein für Gegenwind in vielen Schwellenmärkten gesorgt. Was die Devisenmärkte angeht, werde ich das Jahr wegen dieser großen Bewegungen in Erinnerung behalten, aber auch wegen der Geschwindigkeit, mit der sie begannen und sich weiter entwickelten.

Trotz einiger besonders volatiler Phasen im Devisenmarkt spielten sich die Schwankungen beim US-Dollar in einem gemäßigten Rahmen ab. Wie Grafik 1 zeigt, verlor der US-Dollar gegenüber dem Euro im letzten Jahr (2017) deutlich an Wert, wobei das nicht bedeutet, dass das Jahr als besonders volatil in Erinnerung geblieben ist.

Das ist oft der Fall, wenn die Bewegungen einen kontinuierlichen Trend ohne größere Sprünge im Handelsmuster zur Folge haben. Gleichzeitig sorgte das Jahr 2017 in den meisten Anlagekategorien für positive Erträge. Deshalb war das letzte Jahr für Investoren weltweit kein Krisenjahr, obwohl der US-Dollar soviel an Wert verloren hat. Aber 2018 war anders…

Die Geschwindigkeit bei der Entwicklung einer Währungskrise ist für meine Beurteilung dafür, wie besorgniserregend eine Entwicklung ist, von größter Wichtigkeit. Denn sie funktioniert wie ein „Angst-Barometer“, und die Finanzmärkte haben sicherlich mehr „Krisenangst“ bekommen. Ich erwarte, dass die Angst vor Krisen 2019 weiter zunimmt, was auch – zumindest für einen gewissen Zeitraum – auf höhere Volatilität hindeutet. Ich achte sehr darauf, ob es weiterhin nur einzelne Länder trifft oder ob eine Krise 2019 im Devisenmarkt weiter um sich greifen könnte.

Wie Grafik 2 zeigt, wurden Argentinien und die Türkei dieses Jahr wirklich hart von einer Währungs- und Wirtschaftskrise getroffen. Nur weil der Kalender in ein paar Wochen das Jahr 2019 anzeigt, ist die Krise für diese beiden Länder jedoch nicht überstanden. Ganz im Gegenteil: Ich erwarte, dass sich die Krise in den kommenden Jahren noch weiter zuspitzen wird.

Im Gegensatz zu früher ist es heute für ein Land viel schwieriger, sich ökonomisch zu erholen, wenn es einmal in das wirtschaftliche „schwarze Loch“ gefallen ist.

Das BIP-Wachstum geht weltweit zurück, und gleichzeitig ändert es sich: Es geht nun eher vom Binnenmarkt aus, mit besonderem Schwerpunkt auf Investitionen in die Infrastruktur und staatlicher Fürsorge. Für Länder, die in das ökonomische schwarze Loch gefallen sind, ist es deshalb schwieriger geworden, sich aus einer Wirtschaftskrise „herauszuexportieren“.

Wie das Diagramm zeigt, ist der US-Dollar dieses Jahr gegenüber dem Argentinischen Peso um fast 100% gestiegen. Aber in einer Welt immer höher werdender Handelsbarrieren führt eine signifikante Abwertung einfach nur zu einer verheerenden Wirtschaftslage im Inland und nicht zu einem starken Exportanstieg.

Ich berücksichtige durchaus, dass sowohl Argentinien als auch die Türkei in der zweiten Hälfte dieses Jahres höhere Exporte zu verzeichnen hatten. Vor allem die Türkei scheint wegen der heftigen Abwertung mehr Waren verkauft zu haben. Allerdings gilt für beide Länder, dass der Fortschritt beim Export bei Weitem nicht den wirtschaftlichen Abschwung, der gerade stattfindet, kompensieren kann.

Diese beiden Entwicklungen vollzogen sich, wie bereits erwähnt, mit beinahe explosionsartiger Geschwindigkeit. Meiner Meinung nach wird diese Entwicklung noch jahrelang anhalten und 2019 könnte sehr wohl ähnliche Erfahrungen bereithalten.

Wahrscheinlich fürchten viele Investoren weiterhin eine höhere Volatilität bei den Währungen der Schwellenländer, vor allem wenn die US-Zinssätze weiterhin steigen. Ich teile diese Sorge, besonders im Hinblick auf das erste Quartal 2019. In seiner jüngsten Rede deutete Jerome Powell von der Federal Reserve Bank der USA an, dass die Zinserhöhungen im nächsten Jahr gestaffelter ausfallen könnten. Andererseits argumentiere ich, dass das nichts daran ändert, dass sie eben doch kommen werden.

Meiner Einschätzung nach bleibt die US-Wirtschaft, soweit man das für 2019 voraussagen kann, relativ stabil, und deshalb wird es zu mehr Zinserhöhungen kommen, als es die Finanzmärkte erwarten.

Da auch die US-Notenbank weiterhin die Liquidität verknappt, wird dieser fiskalische Cocktail 2019 eine weitere Belastung für einige Schwellenmärkte darstellen – es besteht weiterhin das Risiko, dass genau wie dieses Jahr einige Länder unter die Räder kommen.

Ich erwarte, dass höchstwahrscheinlich weitere schlechte Nachrichten vom chinesischen Binnenwachstum kommen werden. Am letzten Montag, dem 10. Dezember, trat Urjit Patel, der Präsident der indischen Zentralbank, nach langem Streit mit seiner Regierung zurück – das sind keine guten Nachrichten für die Währungen der Schwellenmärkte. In Brasilien wird die neue Regierung den Wirtschaftskurs komplett ändern, was zusätzlich auf einen turbulenten Jahresanfang 2019 für die Währungen der Schwellenmärkte hindeutet.

Trotz dieser Ereignisse und einem negativ erscheinenden Ausblick erwarte ich doch, dass das erste Quartal 2019 recht vernünftige Chancen bieten wird für Investoren, die ihre Risikoallokation in den Schwellenmärkten erhöhen wollen.

Ich denke, dass der US-Dollar weiterhin von den höheren kurzfristigen Zinssätzen in Amerika profitieren wird und dass er im kommenden Jahr stetig weiter um das gleiche 5-Prozent-Plus gegenüber den anderen großen Währungen steigen wird, ähnlich wie es dieses Jahr der Fall war. Die Erwartung einer relativ ruhigen Entwicklung beim Devisenkurs des US-Dollars deutet schon darauf hin, dass ich mir um eine globale Wirtschaftskrise weniger Sorgen mache. Ich erachte die Weltwirtschaft immer noch als recht robust –  mit Ausnahme der Eurozone.

Von allen großen alten Wirtschaftszonen finden sich die besten Voraussetzungen für hohe Volatilität in Europa. In erster Linie in Großbritannien, wo die jüngsten innenpolitischen Entwicklungen rund um den Brexit für maximale Hysterie sorgen. Wenn allerdings erst mal eine Lösung gefunden ist, denke ich weiterhin, dass es gute Chancen für Investoren gibt. Aber dafür muss eben, wie gesagt, zuerst eine endgültige Marschrichtung für den Brexit-Deal festgelegt werden.

In der Eurozone steigt der Druck auf die meisten Volkswirtschaften offensichtlich, aber das bedeutet meiner Meinung nach nicht, dass wir vor einer Rezession stehen. Dennoch erwarte ich, dass es immer mehr schlechte Nachrichten aus einigen Ländern der Eurozone geben wird. Die Gefahr höherer Volatilität ist somit gegeben, am offensichtlichsten in Italien, wo die wirtschaftliche Situation sich stark verschlechtert hat. Das ist meine generelle Erwartungshaltung und deshalb glaube ich, dass der Euro 2019 gegenüber den meisten Währungen um etwa 5% an Wert verlieren wird, was bedeutet, dass die gesamte Kursbewegung des Euro gegenüber dem US-Dollar 10% betragen würde – zugunsten des Greenback.

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